Cefalù – Zurück zu den Wurzeln
Bruchicello Winzerverkostung im DIVINO
Hier begann 2002 alles:
Cefalù, der erste Sizilienurlaub, Sprachschule, erste Kontakte und ein ganz anderes Italien kennenzulernen. Vielleicht sogar, das Authentischste. Inseln haben immer einen besonderen Charakter, Sizilien ist an jeder Ecke voll davon, Cefalù ganz besonders.
Enoteca im neuen Gewand
Massimo Provenza, so heißt der Besitzer der Enoteca DiVino in Cefalù. Die Lage ist circa 5 Min. zu Fuß vom Zentrum entfernt, an der Straße in Richtung Kalura und Sant’Ambrogio. Es ist eine alte Enoteca, in der ursprünglich wie überall üblich loser Wein aus Fässern und Stahltanks verkauft wurde. Man kam dort hin und holte sich 2–3 Liter, die alla minute abgefüllt wurden. Es sind oft Verkaufspunkte von Winzern, die weit weg ihr Weingut haben und ihren direkten Verkauf damit ankurbelten.
Die Enoteca hat Massimo zum 1.12.2025 übernommen und nach einer kurzen Sondierungsphase von Februar bis April 2026 die alten Tanks und das Interior kurzerhand entsorgt. Seine Visionen waren und sind ganz andere.
Massimo Provenza vom Tourismus zum Wein
Es geht darum, den Besucher in den Bann zu ziehen, ihn zu empfangen und abzuholen. Hier kommt man vielleicht als Kunde zur Tür herein, geht aber als Freund. Gut gefüllte Wein- und Feinkostregale sind an den Wänden positioniert. Das gibt in der Mitte viel Platz und an der Seite neben der großen offenen Theke steht ein massiver Holztisch für 10–12 Personen. Dort wird eine Degustation sicher zu einem besonderen Moment, wie mir Massimo in einigen Anekdoten dieses Jahres erzählt.
Bruchicello aus Salaparuta
Das Weingut Bruchicello aus Salaparuta war einer meiner ersten Kontakte im Weinbusiness auf Sizilien. 2006 lernte ich Giovanni kennen. Er wohnt in Salaparuta in der Provinz Trapani, dort sind auch die Reben und das Weingut. Er arbeitet in Palermo beim Institut für Weinbau und konnte so wirklich perfekte Kontakte zu Önologen und Agrarwirten pflegen. Sein blaues Etikett, Nero d’Avola, hat mich damals schon beim ersten Schluck in den Bann gezogen. Danach konnten wir diesen Wein, damals der einzige, der vinifiziert wurde, recht gut bei einigen deutschen Weinhandlungen platzieren. Für solche kleinen Weingüter ist es aber kein einfacher Weg, gegen die großen Platzhirsche und Punkteweine zu bestehen.
Catarratto, Cabernet Sauvignon und Nero d’Avola Riserva
Heute war sein ältester Sohn, Antonino, bei der Verkostung dabei. Er ist inzwischen Önologe und hat einige sehr interessante Auslandsarbeitsstellen in seiner jungen Vita. Unter anderem Neuseeland, Malta, Norditalien und Frankreich. An Erfahrung mangelt es wirklich nicht, das hat sich auch ein wenig im Stil der Bruchicello-Weine niedergeschlagen.
Im Kühler der Catarratto, die Farbe mehr Tiefe, ist dunkler, der Wein hat mehr Konsistenz und Länge am Gaumen. Ein Wein für eine Essensbegleitung. Bei den Roten kommen heute der Cabernet Sauvignon und der Nero d’Avola Riserva ins Glas. Beide Weine werden lange im Eichenholzbarrique verfeinert. Der aktuelle Jahrgang 2015 bei beiden, also nach 11 Jahren eine solche schimmernde, lebhafte rote Farbe im Glas, zeigt eindrücklich, dass hier mit feiner Hand gearbeitet wird.
Lange Lagerzeit im Holzfass
Über 40 Monate liegt der Wein im Holz und man muss schon mehrmals schnuppern, denn hier ist auf keinen Fall an erster Stelle ein störender Holzton in der Nase, im Gegenteil. Sehr ausgewogen, rund, harmonisch und angenehm animierend für den ersten Schluck.
Begleitet von Foccaccia, Käse und sizilianischer Salami. Die Verkostung zeigt, was in solchen kleinen Winzermanufakturen entstehen kann. Ein großes Kompliment an Bruchicello für diese Weine.
Zwei Seelen im DIVINO
Im Divino sind Arianna und Manfredi die beiden wichtigen Mitarbeiter, die jeden Tag den Laden mit Spaß auf einen Wein öffnen. Man sieht bei den vielen Gesprächen an diesem Abend die Begeisterung für diese schöne Arbeit. Es ist immer auch eine Dienstleistung am Kunden, mit dieser Passion neue oder altbekannte Produkte zu präsentieren.
DiVino bietet die Same-Day-Delivery in Cefalù an, bei Bestellungen über 50 €, was kein Problem darstellen sollte. Der Service wird sehr gerne von den Hotels und dem dortigen Club Med in Anspruch genommen. Privatevents und Privatverkostungen sind ebenfalls Programm in und um Cefalù.
Lieferservice in Cefalù und Umgebung
Was kann es Entspannteres geben, als einen privaten Verkostungsabend in der gemieteten Villa oder dem gemieteten Apartment?
Für 2027 kommt im hinteren Bereich ein neuer Verkostungsraum hinzu und dort, wo die Theke ist, wird eine kleine Küche für Tapas integriert. Das sehe ich als absolute Win-Win-Situation für eine perfekte, nachhaltige Kundenbindung. Was gibt es Schöneres, als dann neue unbekannte Weine mit sizilianischen Tapas und Antipasti zu entdecken und neue Freundschaften zu schließen?
High End Tourismus über 20 Jahre
Massimo kann auf über 20 Jahre High-End-Tourismus, exklusive Villen und mehr zurückblicken. In Sardinien, Apulien, Toskana, Sizilien und auch Spanien. Noch immer betreut er nach seinem Firmenverkauf zwei exklusive Dependancen in Taormina und die Story, als sie an die saudische Königsfamilie vermietet wurde, lässt jeden nur noch mit einem offenen Mund zurück.
Ursprünglich aus Sant’Ambrogio, mit familiären Wurzeln in der Landwirtschaft, sind auch Vater und Opa auf alten Schwarz-Weiß-Bildern in der Enoteca zu sehen. Das sind die Wurzeln und das versucht Massimo jetzt zu kanalisieren.
Sant’Ambrogio und Pollina
Oberhalb von Sant’Ambrogio hat er auf einem Millionen Dollar Blick Grundstück bereits Lavendel gepflanzt und die erste Ernte vollzogen. Er liebt diese Pflanze und hat sein Know-how in Frankreich vertieft und dann hier impliziert. Dazu kommt ein großes Amphitheater mit Blick auf die Küste und am Horizont auf die Rocca von Cefalù. Dazu kommen Merlot und Chardonnay, für eine kleine 1‑Hektar-Produktion.
Wein, Manna, Olivenöl und Lavendel
Das berühmte Manna, das es nur in dieser Madoniegegend gibt, Olivenöl aus Nocellara, Messinese und Crasto wird ebenso angebaut wie auch in Zukunft für die Cooking Class Gemüse, Obst und alles was man eben braucht um dem Besucher diese Momente für die Ewigkeit mitzugeben.
Es geht um Passion, Emotion und Empathie, nicht darum, schnelles Geld und das Bankkonto zu befüllen. Momente, in denen man das Glitzern in den Augen der Menschen sieht und das eine tiefe, innere Zufriedenheit hervorbringt.
Das ist Massimo, das ist seine Vision. Übrigens seine Frau ist aus Kanada und hat den Sprung über den Teich gemacht um Ihn komplett zu unterstützen.
Ich drücke euch die Daumen, habe aber beim Besuch gespürt, dass ich mir da keine Sorgen machen muss. Alles eine Frage der Zeit, an Ideen und Visionen mangelt es Massimo nicht.
Fischerdorf an der Nordküste
Wer in Cefalù oder Umgebung ist, sollte sich unbedingt nachmittags zum Aperitif bei Massimo im Divino einfinden. Mal sehen, wann ich das nächste Mal für ein gutes Glas Wein und Gespräch dort einfinde.
Gleiches gilt natürlich für alle, die sich auf der SS 624 von Palermo Richtung Menfi befinden. Ein Besuch muss aber vorher abgestimmt werden, bei Bruchicello.
Danke, Massimo, danke, Divino und Bruchicello, für eine für mich essenzielle Erkenntnis nach langer Zeit: Warum ich vor knapp 25 Jahren nach Sizilien ausgewandert bin. Gestern trafen sich dort, der Jens aus der Pfalz, der Jacques aus Frankreich, Kanadier und viele Amerikaner, Italiener und Sizilianer. Ein Schmelztiegel der Kulturen, friedlich zusammen mit einem Glas Wein bei guten Gesprächen, Lachen und den Moment genießen.
Nicht weniger und nicht mehr!






























