Cefalù
Ein wunderschön gelegenes Fischerdorf an der nördlichen Küste Siziliens. Praktisch auf halbem Weg von Palermo nach Messina.

Cefalù kommt aus dem Griechischen, „kephale“, und bedeutet so viel wie Kopf, vermutlich wegen des imposanten Felsens, vor dem das Dorf errichtet wurde und Objekt für Fotos wurde.
La Rocca
Ursprünglich ein Fischerdorf, wurde inzwischen komplett auf Tourismus eingenordet, was auch dem ein oder anderen ein Dorn im Auge ist. Das Bangen ist groß, dass es fast mallorquinische Zustände gibt.
2002 kam ich das erste Mal für ein paar Wochen nach Cefalù, es war meine erste echte Süditalien-Reise, ein Bildungsurlaub in einer Sprachschule. Na ja, Bildungsurlaub ist so ein Ding in Deutschland. Es wird zwar auf dem Papier ermöglicht, wählt man dann aber etwas, was dem Chef nicht passt, wird dieses schnell abgelehnt.
Bildungsurlaub
Also bildet man sich in eigener Regie weiter. Die Zeit hier in Cefalù war für mich schon sehr prägend, denn das war schon ein ganz anderes Lebensgefühl als in Deutschland. Ob im Urlaub oder ohne Urlaub, ich sah, dass hier einfach eine ganz andere Taktung des Tagesablaufs stattfindet.
Sonne Sand und Meer
Wesentlich entspannter und auch besonnener. Es mag an der Hitze liegen, und hier kann ich den vielen in Deutschland den Zahn ziehen. Hier arbeiten die Leute, Handwerker und egal wer auch mittags bei 45 Grad. Das habe ich dann 2004/05 am eigenen Leib erlebt, als Maurergehilfe in Palermo.
Palermo
Cefalù war 2002 noch wesentlich ruhiger, authentischer und ruhte tief und fest in seiner sizilianischen Ader. Heute hat sich das massiv geändert. Gestern beim Besuch wurde mir das extrem präsent und erinnerte mich an einen langen Dialog in Montepulciano mit einem Winzer und Tourismusverein, die vor Jahren meinten: Wir müssen das mit den Präsenzen jedes Jahr begrenzen. Leider leiden die Einheimischen, bei allem Verständnis für Marge und Gewinn, deutlich an solchen Zahlen.
Montepulciano Diskussionen

Allein am Lungomare waren 2002 nur eine Handvoll Trattorien und Restaurants vorhanden. Heute ist es ein Teppich an Tischen und Stühlen, aneinandergereiht, so lange das Auge reicht. Eher Mainstream und Abfertigen als echte individuelle Klasse.
Restaurants und Bars
Es gibt in jeder Ecke und auf jedem freien Platz inzwischen irgendetwas zu essen oder zu trinken, das ist alles aus dem Boden gewachsen wie die Pilze. Die guten, traditionellen Restaurants von 2002 und 2004 gibt es jedoch fast alle zum Glück auch noch.

Die alten kleinen Gassen, vor allem die wichtige Route vom Dom bis runter an den Lungomare, sind doch sehr überfüllt. Der Platz vor dem Duomo ist voll, kein Platz ist leer. Das ist schön für die meisten der Food- und Barbetreiber, aber stimmt auch die Qualität noch?
Die Kathedrale
Das ist ein leidiges Thema, denn bei so extremen Zahlen leidet eigentlich immer die Qualität am anderen Ende. Klar gibt es hier exzellente Restaurants, aber nicht jeder Tourist gibt auch 35 Euro für einen Teller Pasta aus oder will 4 Euro coperto pro Person zahlen! Coperto ist in Deutschland ein rotes Tuch. 😉 und Speisekarten.
Speisekarten und Tafeln
Wehe es versucht jemand ohne Speisekarte in good old Germany, die sind alle gescheitert am deutschen Kunden. Im Urlaub alles supi, zu Hause auf keinen Fall und ein No Go, selbst wenn du das beste auf den Teller bekommst.

Cefalù hat noch immer ein besonderes Flair. Wenn man die beiden Türme des Doms abends mit dem weichen Licht sieht, hat das was.
Es war einmal…
Ich persönlich erkenne jedoch, dass an manchen Stellen ein Dorf wie Cefalù leidet. Wie man so schön sagt: Es ist nicht immer alles Gold, was glänzt. Wichtig ist auch die Reisezeit, ganz wichtig. Wer hier im Juli und August seinen Urlaub plant, sollte wissen, dass es laut und hektisch werden kann, und meist ist.
Beste Reisezeit
Was Shopping betrifft, ist Cefalù sehr gut aufgestellt. So viele kleine Geschäfte und Boutiquen, Schmuck und Handwerk, Feinkost und Wein, da ist für jeden Geschmack etwas dabei, ganz sicher.

Die Bettenzahl wurde in Cefalù und unmittelbarer Umgebung stark nach oben geschraubt. Vom einfachen, guten, sauberen B & B bis zu 4*-Sterne-Hotels und Club MED mit exzellentem Service.
Club Med
Den Berg, oder la Rocca, wie er genannt wird, kann man besteigen und von oben den atemberaubenden Sonnenuntergang im Westen erleben. Die Altstadt zu Fuß entdecken, den Dom wie auch das in der Nähe liegende Mandraliscia Museum besuchen.
Auf jeden Fall und noch immer ist Cefalù eine Reise und einen Besuch allemal wert.
In der Nähe
Cefalù liegt auf stolzen 16 Metern über dem Meeresspiegel und hat ungefähr 14 000 Einwohner. Der Strand ist ein Sandstrand, jedoch nicht sehr breit und mit kleinen Unterbrechungen sicher um die 3 km lang.
Castelbuono und Madonie
Ausflüge in unmittelbarer Nähe von Cefalù sind Castelbuono ( Nangalarruni ), Pollina und Finale di Pollina ( Arrhais ) , Gibilmanna und Monte Pizzo im Madoniepark.

Gerade in der nicht so überlaufenen Urlaubszeit ist es toll, morgens seinen Cappuccino und Cornetto in einem der kleinen Caffès zu genießen und dem Treiben beizuwohnen. Gleiches gilt für abends: In einer der tollen Weinbars sitzen und dem süditalienischen Leben zuschauen.






















