Generazione Alessandro in Linguaglossa
Genuss am Ätna

Drei Tage durfte ich mitten in den Reben auf dem Weingut Generazione Alessandro wohnen. Die angebaute Rebfläche beträgt aktuell 10 Hektar, die oft im Alberello Anbau angelegt sind.
Ein Rückzugsort, der die Magie des Vulkans wie kaum ein anderer einfängt. Morgens öffnet man die Fenster, und der Blick wandert unwillkürlich nach oben: Ein sanftes, stetiges Rauchen steigt aus dem Krater des Ätna in den blauen Himmel auf. Morgens sichtbar, mittags ist die Spitze leider oft verhangen und dadurch nicht mehr zu sehen.

Das Weingut verfügt über 4 Zimmer, die auf keiner Plattform (Booking oder andere) angeboten werden. Es kann nur durch einen persönlichen Kontakt mit dem Winzer ab 2027 gebucht werden. Nur mit Absprache. Die Zimmer sind alle im alten restaurierten Palmento und mit einer Top-Ausstattung für einen sehr entspannten Aufenthalt.
Vom Weingut kann man alle Aktivitäten am Ätna schnell und unproblematisch erreichen. Kulinarisch hat diese Gegend sehr viel zu bieten, und in den typischen Osterien einzukehren, ist ein Pflichtprogramm.
Handwerk, Freundschaft und das Terroir der Contrade
Alessandro kenne ich seit vielen Jahren. Im Weingut in Camporeale lernten wir uns kennen und trafen uns wieder bei einer Veranstaltung in Frankfurt am Main, die von der italienischen Handwerkskammer organisiert wurde. Der Abend wurde damals von Dr. Steffen Maus geleitet.
Bei Generazione Alessandro – gemeinsam geführt von den Cousins Benedetto, Anna und Alessandro – geht es nicht um eine Mode oder Trends. Es geht um tiefen Respekt vor der Tradition und das akribische Herausarbeiten der feinen Nuancen, die die einzelnen Lagen (Contrade) hier bieten. Im Besonderen perfekt zu sehen in der Contrade Sciaramanica, mit einer kleinen Parzelle in Alberello Erziehung angelegt.

Die nährstoffreiche Vulkanasche, die extremen Temperaturunterschiede zwischen heißen Tagen und kühlen Nächten sowie die oft uralten Rebstöcke schenken den Weinen eine kühle, fast burgundische Mineralität. Es sind Ätna-Weine mit Charakter, Finesse und einer beeindruckenden Tiefe.
Die Eleganz der Ätna-Weine
Wenn abends die Sonne hinter dem Vulkan versinkt und sich ein tiefes Rosa über die Weinberge legt, empfehle ich eine Fahrt auf der SS 120 von Randazzo in Richtung Linguaglossa. Die vielen Rebflächen erscheinen in einem mystischen Glanz und am Ende wandert dann der Blick auf das Nebrodigebirge.
Generazone Alessandro bietet diverse Verkostungen an. Von einer einfachen mit 4 Weinen bis zu der Vertikalverkostung mit oder ohne Essen. Alles nur auf Reservierung möglich.

Etna Bianco (Carricante): Schon der erste Schluck ist pure Frische. Glasklar im Glas, mit Noten von reifen Zitrusfrüchten, weißem Pfirsich und einer salzigen, feuersteinartigen Mineralität am Gaumen. Ein Weißwein voller Spannung und Eleganz.
Etna Rosso (Nerello Mascalese): Das Herzstück der Region. Im Glas zeigt er sich in einem eleganten, lichtdurchlässigen Rubinrot. In der Nase verbinden sich wilde Waldbeeren mit Kräutern der Macchia und einer feinen Rauchnote. Am Gaumen feingliedrig, mit seidenem Tannin und langer Lebensdauer.
Ein Refugium für echte Genussmenschen
Drei Tage bei Alessandro verfliegen leider in atemberaubender Geschwindigkeit, hinterlassen aber eine tiefgreifende Entschleunigung.

Die Gastfreundschaft ist ehrlich, und herzlich, man fühlt sich mehr als nur zu Hause und willkommen.
Man sitzt auf der Terrasse, spürt die kühle Brise, blickt auf die schroffen Vulkanhänge und begreift rasch: Wer die Renaissance des sizilianischen Weinbaus wirklich verstehen will, muss genau hierher kommen.
Mein Siziliengeheimtipp für deinen Besuch
- Beste Reisezeit: Mai und Juni oder Frühherbst zur Lesezeit (September/Oktober). Die Stimmung in den Weinbergen ist magisch, die Luft klar und die Farben am Nordhang atemberaubend.
- Weinverkostung buchen: Plant unbedingt eine geführte Lagen-Verkostung (Contrade-Tasting). Es ist faszinierend zu erleben, wie wenige hundert Meter Höhenunterschied und unterschiedliche Lavaschichten den Geschmack des Weins verändern. Der Preis beginnt bei 30 Euro bis zum maximalen Genusserlebnis mit 65 Euro pro Person – Lunch ab 2 Personen möglich.
- Anreise: Von Catania aus geht es mit dem Wagen in etwa einer Stunde nach Linguaglossa. Die Fahrt durch die alten Lavedörfer stimmt perfekt auf den Vulkan ein. Am besten in Fiumefreddo abfahren, und dann ist man rasch im Dorf. Wer mehr Zeit und Lust hat, nimmt die Ausfahrt bevor es auf die Autobahn geht: vor dem Casello Richtung Paesi Etnei und fährt praktisch vom Süden an den östlichen Hängen, Trecastagni, Santa Venerina, Milo nach Linguaglossa. Dauert, ist aber ein Muss für alle, die den Ätna wirklich erleben wollen.

Tel. +39 377 3633065
ti.ordnasselaenoizareneg@ofni
Generazione Alessandro S.S. Agr.
Contrada Borriglione,
95015 Linguaglossa (CT)






























