Riofavara
Riofavara ist ein Familienweingut aus Ispica, dem heißen Süden der Insel. Hier sind wir in der authentischen Anbauzone des Nero d’Avola: Eloro Doc, nur hier auf dem Etikett darf es stehen. Die Reben sind verteilt über viele Contrade und in DOC Noto, DOC Syrakusa und DOC Eloro.

Hier geht es zum Wine Shop, Verkostung gefällig?
Das Weingut liegt aktuell bei circa. 60 – 70 000 Flaschen Abfüllung pro Jahr.
Geringe Abfüllmenge
Die Landschaft auf der Südseite ist sehr karg. Fährt man von Licata kommend die SS 115 oder kommt man von Avola, dem Hochland in Ragusa, erkennt man, wie hart es hier ist. Die Böden sind trocken, manchmal gehen sie fast schon ins Weiß, dann wieder eine terrakottaähnliche Farbe, durchsetzt mit weißem Kalk.

Ganz in der Nähe, Noto Weltkulturerbe im Val di Noto
Dieser weiße Kalk ist auch bei den vielen Trockenmauern zu finden. Ein Handwerk, das fast ausgestorben war und dank der vielen kleinen Winzer wieder seine Auferstehung erfuhr. Hier wird man Winzer aus Überzeugung und Liebe zu seiner Herkunft.
Neue Generationen am Start
Massimo, der Besitzer, führt ganz langsam die neue Generation heran. Die Tochter macht Messen und Marketing, es gab auch eine Neugestaltung der Etiketten, mit deutlich mehr floralen Anklängen.
Der äußerste Südosten Siziliens wird im Vergleich zum Ätna oder den berühmten Weinregionen rund um Marsala noch immer unterschätzt. Dabei besitzt die Gegend um Ispica ein außergewöhnliches Terroir. Die kalk- und lehmhaltigen Böden sind ein Garant für wirklich große Weine mit viel Komplexität und Persistenz. Die Nähe zum Ionischen Meer sorgt selbst in den heißen Sommern für eine stetige Brise.
Die Nächte kühlen angenehm ab und schenken den Trauben genau jene Frische und den Moment mehr an Reifung, die den Weinen ihre Eleganz verleiht. Jeder, der hier unterwegs ist, versteht schnell, warum Weinbau seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil dieser Kulturlandschaft ist. Die Weingärten sind bei vielen in der alten Form der Baumkultivierung angelegt, nach dem alten Rebsystem der Römer. Es wurden und werden 10 000 Pflanzen pro Hektar angelegt. Im normalen Guyotsystem sind wir bei 4500–5500 pro Hektar.

Rebflächen vor dem Weingut
Eloro Doc
Bei Riofavara wird diese Art stark gepflegt und gelebt. Der Spaccaforno Eloro Doc ist einer meiner absoluten Lieblingsweine von Massimo. Er kommt praktisch aus alten Rebflächen, die als gemischter Satz angelegt wurden. Hier findet man wirklich alte Rebsorten, die den Unterschied machen.
Die Familie arbeitet mit großer Sorgfalt in den Weinbergen und verfolgt das Ziel, den Charakter jeder Lage möglichst unverfälscht einzufangen. Niedrige Erträge mit teilweise nur 4000 kg pro Hektar, sorgfältige Handlese und ein behutsamer Ausbau im Keller sorgen dafür, dass nicht der Kellermeister, sondern die Natur den Stil der Weine bestimmt. Wenn ich den Sciavè Nero d’Avola im Glas habe, ist das etwa so, als würde ich in diese Gegend katapultiert werden. Jeder Schluck ist beeindruckend und zeigt Professionalität von Riofavara.
Moscato di Noto
Besonders beeindruckt mich nicht nur der Nero d’Avola, sondern auch der Mizzica Moscato Weißwein, trocken ausgebaut.
Wer glaubt, diese Rebsorte müsse zwangsläufig süß und klebrig sein, erlebt bei Riofavara eine echte Überraschung.
Die Weine besitzen Tiefe und Struktur, gleichzeitig aber auch eine bemerkenswerte Frische und Finesse. Beim Nero entdeckt man dunkle Kirschen, reife Waldbeeren und feine Gewürznoten, die sich mit mediterranen Kräutern verbinden.

Mizzica Moscato für den echten sizilianischen Genuss.
Mineralität und Tiefe
Die Mineralität und die dezente Säure, die ich auf die kalkreichen Böden zurückführe, bringen das Rückgrat für den langjährigen Genuss.
Das Tannin wirkt niemals aufdringlich, sondern fein und elegant. Es sind Weine, die nicht mit dieser Übersee Opulenz daherkommen, sondern wirklich mit Filigranität überzeugen.
Nochmals zu den Weißweinen: Sie spiegeln diese Philosophie wider. Grillo zeigt sich hier nicht üppig oder exotisch, sondern geradlinig, salzig und präzise. Gerade an warmen Sommertagen erkenne ich, wie eng Landschaft und Geschmack miteinander verbunden sein können. Man schmeckt förmlich die Nähe zum Meer und die trockene, von wilden Kräutern geprägte Natur des Val di Noto bis nach Marzamemi.

Fischerdorf mit Charme, Marzamemi im Süden
Fischerdorf Marzamemi
Was ich an Riofavara besonders schätze, ist die Ruhe, mit der hier gearbeitet wird. Niemand versucht, internationalen Stilvorbildern nachzueifern oder möglichst spektakuläre Weine zu erzeugen. Stattdessen entstehen charaktervolle Gewächse, die ihre Herkunft selbstbewusst zeigen und sich bewusst vom Mainstream abheben.
Der Holzeinsatz bleibt dezent und unterstützt den Wein, ohne ihn zu dominieren. Das Ergebnis sind authentische Sizilianer mit Persönlichkeit und einer erstaunlichen Balance.
Gerne besuche ich diesen Landstrich Siziliens, nicht nur wegen der Weine, sondern vor allem, um mit Massimo ein paar Worte zu schnacken und einen Espresso zu trinken. Natürlich auch, um die letzten Neuigkeiten der Gegend, der Winzer und der Zukunftsvisionen zu hören.

Massimo und Peter, Pressetermin 😉
Geschichten aus erster Hand
Das ist Riofavara. Die Weine erzählen nicht von Technik oder Perfektion, sondern von Böden, Klima und einer Familie, die ihrer Heimat mit großer Leidenschaft verbunden ist. Sie gehören für mich zu den authentischsten Botschaftern des südöstlichen Siziliens und zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial abseits der bekannten Weinregionen der Insel schlummert.
Sizilien ist nicht nur Ätna und nicht nur am Vulkan gibt es die sogenannten 3 Gläser Weine und 100 Punkte. Der vergessene südliche Teil Siziliens, gehört zu der Wiege des sizilianischen Weinbaus, das darf man nie vergessen.
Sie sind in der Nähe von Noto, Avola, Pachino oder Marzamemi? Dann buchen Sie ihre Verkostung im Weingut. Eine klare Empfehlung von mir, und sagen Sie Massimo einen Gruß.
T: +39.0932.705130
Mail: ti.aravafoir@ofni
Contrada Favara
97014 Ispica RG













