Iddu
Stromboli, die Feuerinsel Siziliens.

Es könnte auch Mittelerde sein, wo der Ring geschmiedet wurde.
Nichts für schwache Nerven, mit oder ohne Aufstieg. Gänsehaut garantiert!
So wird der Vulkan von den Inselbewohnern liebevoll genannt: Iddu. Ein Kegel, der aus dem Meer emporragt, kleiner, nicht so hoch und doch viel aktiver als der große Bruder Ätna.
Übrigens wird der Ätna von den direkten Bewohnern Mongibello und ebenfalls Iddu genannt. Der renommierte piemontesische Winzer, Angelo Gaja hat seine beiden Weine, Etna Rosso und Etna Bianco, anmutig Iddu und Idda bezeichnet.
Eintauchen in eine andere Welt
Sizilianischer Dialekt: „Iddu“ bedeutet „er“ und „Idda“ „sie“!
Die beste Verbindung ist eindeutig der Hafen von Milazzo, in der Nähe von Messina. Die täglichen Verbindungen zu allen äolischen Inseln sind mehrmals täglich und auch unter den einzelnen Inseln besteht ein ausgezeichneter Fahrplan. Von jeder kann man ganz einfach Tagestouren oder auch ein Island-Hopping planen und abends wieder ins Hotel zurückkehren.

Wo Lava fliegt, ist Vorsicht geboten.
Da erinnere ich mich an die Story einer asiatischen Touristin. Wie andere wollte sie auch hoch, Richtung Krater, um die Lavabrocken fliegen zu sehen. Ende vom Lied: Sie flogen, quer und überall. Ein Lavabrocken auf dem Rucksack auf dem Rücken, und im Nu war da ein Loch, in Sekundenschnelle. Tja, Lava kommt nicht aus dem Kühlschrank.
Und zum Glück einen Helm aufgehabt: Das könnte auch anders ausgehen. Wir fordern es gelegentlich heraus, der letzte Kick muss es sein. Darum braucht sich danach auch niemand zu beschweren!
Egal, wo man sich auch befindet, es gibt überall Schilder mit den Notfallmaßnahmen. Es wird angezeigt, wo sich die Sammelpunkte bei Erdbeben befinden und wenn es zu einem schweren Ausbruch kommt.
Vom Hafen Richtung Ficogrande ist auch das vulkanische Institut INGV, wo eine kleine Tour im dortigen Infopoint gemacht werden kann.
Stromboli, der aktivste Vulkan im Mittelmeer
Der Stromboli ist nicht nur ein sehr aktiver Vulkan, sondern auch eine der 7 Inseln, die dem äolischen Archipel zugehörig ist. Ein absoluter Touristenhotspot, meist für Tagestouren und abendliche Bootstouren, um den nächtlichen Ausbruch und das beeindruckende Schauspiel der Lava fototechnisch festzuhalten.

Bekannt wurde die Insel auch durch die große Villa von Dolce & Gabbana, die sie aber inzwischen verkauft haben. Die Gästeliste in all den Jahren reicht von Madonna, Naomi Campell, vielen internationalen Schauspielern und Sportstars. Inzwischen suchten die Designer ein neues Domizil auf Salina, der doch grüneren Variante der Inselgruppe.
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Dieses Jahr, 2026, in aller Munde! Hier wurde gedreht, von Hollywood und auch Mick Jagger, als Leuchtturmwärter von Strombolicchio wurde er als Rolle besetzt. Es war eine heiße Zeit, wie man so vor Ort hört 😉 andere Schauspieler Dakota Johnson, Saoirse Ronan, Jessie Buckley, Josh O’Connor, Isabella Rossellini, Regie: Alice Rohrwacher.
Stromboli
Schwarzer Lavastrand, man erkennt es schon vom Aliscafò-Tragflächenboot. Schwarz ist eine markante, präsente Farbe auf Stromboli. Schaut man sich die Fuoco della Sciara an, dort, wo der Vulkan mehrmals täglich sein Gestein und Lava nach unten ins Meer laufen lässt. Es sind diese maximalen Widersprüche und diese latente Gefahr, auch wenn man auf der sicheren Seite der Insel sein Haus hat. Die Natur hat eigene Gesetze und wir hoffen mal, dass er so ruhig und umgänglich bleibt.

Langsam nimmt die Schnellfähre ihren Weg über das Meer, seichte Wellen, bestes Wetter. Erster Halt ist Vulcano, danach Lipari, Salina, Panarea. Danach geht es rüber nach Stromboli, um im Hafen Scari anzulegen. Ein kleiner Steg macht sofort deutlich, dass es hier nur wenig Verkehr gibt. Überschaubar und relaxed.
Rechts geht es dann zu Fuß in Richtung Ficogrande und San Vincenzo, wo oben die Piazza mit der Kirche wartet. Man kommt durch diese kleinen, engen Gässchen, wo nur eine Ape durchpasst, sonst nichts. Vorbei an den hellen, weißen Häusern, mit den farbenprächtigen Blumen, den Terrassen mit ihren Säulen. Die Hitze macht es nicht leicht, auch wenn man gut zu Fuß ist, vor allem, wenn man noch Fotoausrüstung mit sich schleppt. Oben angekommen, nimmt man auf den Bänken auf der Piazza erst mal Platz, einen Moment nur Ruhe und Verschnaufen.
Das Wahrzeichen Strombolicchio
Das supergelegene Café Ingrid hat von der Terrasse einen super Blick auf Strombolicchio.

Übrigens ein Tipp für eine kurze Pause mit einer Granita, Dolce oder auch eiskaltem Campari-Spritz. Der 1‑Million-Dollar-Blick lässt die Hitze vergessen und man kann sich in seinen Gedanken verlieren.
Die Straße ist flach und ebenerdig, einfach zu gehen. Nach 20 Min. Gehzeit ist man in Ficogrande angekommen.
Die Strände sind alle pechschwarz, oft mit kleinen Lavasteinen und auch mit einem ganz feinen schwarzen Sand. Wer auf Salina in Rinella oder Filicudi war, erkennt den Unterschied. Ganz anders. Ich würde es mit einem Strand auf Santorini vor langer Zeit vergleichen.
Aber im Sommer empfehle ich absolut, dort nicht barfuß zu laufen. Hier verbrennt man sich aber so richtig die Fußsohlen, garantiert.
Eine überschaubare, kleine Insel, die einen wirklich besonderen Charme versprüht.
Grollen und permanente Rauchwolke
Das tiefe Grollen ist normalerweise öfter zu hören. An dem Tag blieb es leider aus. Schade. Aber die permanente Rauchsäule war zu sehen, am Tag natürlich ohne das glühende Lavaspektakel. Hier kommt die abendliche, nächtliche Bootstour ins Spiel. Bei dortigem Aufenthalt ein Muss.
Zu Fuß ist Stromboli ein toller Tagesausflug und am Hafen Scari kann man sich auch eine Bootsrundtour nach Ginestra und einmal rund um die Insel buchen. Bei einem Aufenthalt von 7–8 Stunden würde ich das wirklich in Erwägung ziehen. Bedenkt, nach Ginostra kommt man nur mit dem Boot. Autos sind auf Stromboli eigentlich nur unten am Hafen anzutreffen, der Rest geht mit der Ape oder den typischen Golfcarts, die als Taxi genutzt werden. Straßen sind dort Mangelware, zum Glück.

San Vincenzo und San Bartolomeo
Von der Piazza San Vincenzo schlendert man durch diese typische mediterrane Macchia, gefolgt von den kleinen Gassen, den typischen äolischen Häusern mit Säulen und alten Villen. Leider oft verlassen, aber man kann diese Aura noch spüren, die Fassaden mit ihren tollen Farben, die Eingangstüren, die von schwarzem Lavastein eingefasst von einer anderen Zeit erzählen. Man muss nur genau hinhören.
Für das Mittagessen habe ich mir im oberen Teil das Restaurant Trattoria Cecchi ausgesucht. Ein traumhafter Blick auf die Küste in einem wirklich sehr tollen äolischen Ambiente. Der Inhaber hat bei einem Tauchgang vor der Sciara 1983 ein Skelett von einem Wal gefunden, das kann man im Restaurant und Garten bestaunen. Es ist sehr individuell und mit einem tollen Stil ausgestattet.

Tonno agrodolce mit Zwiebeln und Pasta mit Scorfano, dazu Grillo von Sizilien. Willkommen in der Welt des Slow-Tourismus, mit allen Sinnen genießen und dem Motto von Salvador Dalí folgen: die fließende Zeit! Antipasti war ein absoluter Hochgenuss, die Konsistenz des Tonno und diese cremigen, süßen Zwiebeln, mit dem Grillo war es wirklich sensationell.

Pasta war auch optimal, aber die Tatsache, dass ich den Scorfano komplett serviert bekam und dann am Tisch selbst filetieren musste, ist meiner Meinung nach zwar schön für die Qualität, aber nicht jeder Besucher ist dazu imstande. Nur ein Tipp, würde ich vor dem Gast am Tisch machen!
Äolische Inselgruppe zum Erden
Das Wasser am Hafen ist kristallklar und die Kinder der Insel schwimmen hier und kümmern sich nicht um die anlegenden Aliscafo-Fähren. Sie scherzen, schreien und haben Spaß, ein unbekümmertes Leben der Jugend auf Stromboli, wie auch den anderen Inseln.

Jedes Mal habe ich dieses Gefühl, schon bei meiner ersten Tour nach Lipari 2011, dass hier das Epizentrum von geerdeten Menschen ist.
Ob es die Überfahrt mit der Fähre macht? Keine Ahnung. Ich kann es schlecht erklären, es ist einfach ein Gefühl der tiefen Ruhe und Zufriedenheit. Auf jeden Fall macht es diesen Eindruck und in dem Moment, wenn man den ersten Fuß auf die Insel setzt, meint man, dass eine Energie von unten nach oben durch den Körper fließt.
Die Insel hat nicht unverdient diesen Stellenwert vor Sizilien. Ein Platz für freie Seelen, die dem Wind und den Gezeiten folgen. Das ist nicht für alle möglich, denn wo auch immer man in einem System ist, werden die Räume eng. So ist das nun mal. Mach es gut, Stromboli.

Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, denn einige dieser Freigeister zu sehen, macht Lust auf das Leben, für das Wichtigste:
Zeit und die Gesundheit!
Vielleicht haben Sie ein wenig Lust auf die äolischen Inseln bekommen. >>> Hier geht es nach Salina!













































